Der Ansatz von Natur- und Wildnispädagogik
Die Natur- und Wildnispädagogik hat zum Ziel, Menschen dazu zu befähigen, sich wieder mit der Natur zu verbinden und sich als ein Teil von ihr zu erkennen. Diese Naturvertrautheit entsteht durch intensiven, vielfältigen Naturkontakt.
Menschen werden begleitet, sich selbst im Naturgefüge zu erleben und emotional zu verbinden. Der Austausch mit anderen und das Entwickeln eines weiten Verständnisses ökologischer Zusammenhänge und Handlungsweisen sind hierbei ein wesentlicher Ansatz.
Einzigartig an der Wildnispädagogik ist, dass Wissen und Erfahrungen so entwickelt und weitergegeben werden, wie es unsere Vorfahren es taten und naturverbundenlebende Völker auf der ganzen Welt noch heute tun.
In dieser Lehrmethode wird der*die Mentee durch gezieltes Lenken der Aufmerksamkeit zu dem geführt, was ihm*ihr am Herzen liegt. Das setzt ein Interesse oder gar eine Leidenschaft des*r Mentee voraus, bei deren Entstehung oder Erhaltung der*die Mentor*in aktiv beteiligt ist.
Der*m Mentor*in stehen unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung, die individuell an die Situation angepasst werden. So kann das Mentoring auf eine natürliche und sanfte Art und Weise Menschen über ihre Grenzen von Wissen und Erfahrungen hinaus begleiten. Erfahrbar wird ein neues, weites Naturverständnis und eine emotionale Verbundenheit.
5 Grundsätze meiner Arbeit
In meinem pädagogischen Handeln spielt die Salutogenese (Quelle der Gesundheit) eine übergeordnete Rolle:

Daraus lassen sich 5 Grundsätze ableiten:
1. Intrinsisch
Die Arbeit und die verschiedenen Angebote für Kinder sind überschaubar und verständlich aufgebaut. Den Kindern soll es möglich sein, die Herausforderungen bewältigen zu können, und einen Sinn in ihnen zu erleben. Ich möchte den intrinsischen, kindlichen Vorlieben, wie die Abenteuerlust und die kreative Vorstellungskraft Raum in den Angeboten geben.
2. Individuell
Die Kinder können ihre eigenen Erfahrungen und Ideen stets einbringen und ich lege besonderen Wert darauf, Raum für die Umsetzung eigener Wege im Rahmen das Projekts zu geben und diese zu begleiten.
3. Dynamisch
Die einzelnen Angebote sind nicht statisch, sondern dynamisch und können stets an die Situation angepasst werden. Das lösungsorientierte und kreative Herangehen an verschiedene Herausforderungen wird in den Vordergrund gestellt.
4. Vielfältig
Des Weiteren spielt die Erkenntnis des Konstruktivismus in meiner pädagogischen Arbeit eine wichtige Rolle. Der Konstruktivismus geht davon aus, dass „die Bilder, die sich der Mensch von sich und seiner Mitwelt macht, […] Produkte eines autonomen Systems [sind], das prinzipiell nicht zugänglich ist.“ (Bernd Heckmair und Werner Michl, 43) Auch ist die Wirklichkeit in diesem Sinne „beobachtungsabhängig“. „Das heißt, es kommt darauf an, welche Werte und Glaubenssätze, welchen Sinn bringt der Beobachter ins Geschehen ein.“(ebd.) „Der Konstruktivismus interessiert sich nicht so sehr dafür, was ein Beobachter beobachtet, sondern dafür, wie er beobachtet ( ebd., 57). Aus diesen drei Zitaten zum Konstruktivismus des Buches „von der Hand zum Hirn und wieder zurück“ von Bernd Heckmair und Werner Michl, welches sich aus dem Blickwinkel der Hirnforschung mit dem Thema Lernen auseinandersetzt, lassen sich für mich folgende wichtigen Erkenntnisse ableiten:
- Meine eigene Haltung stets kritisch zu hinterfragen und offen zu sein für die Meinungen Anderer.
- Bildung offen zu gestalten und Raum und Möglichkeiten für Fehlversuche zu schaffen.
- Bewusst sein darüber, dass immer mehr Standpunkte, Deutungen und Unterschiede möglich sind.
- Auch das Bewusstsein darüber, dass sich alle Teilnehmenden individuell mit eigenen Vorerfahrungen und Sichtweisen die Wirklichkeit ständig neu konstruieren.
- Ich als pädagogisch Handelnder nicht direkt in den Prozess des Lernens eingreifen kann, sondern vielmehr durch Rahmengebung, Vorbild und Ideengeber den Prozess begleiten kann.
5. Respektvoll und anerkennend
Um die Kinder zur motivieren nutze ich die Bedürfnisse der Kinder als Verstärker, indem ich Kindern Raum gebe, ihre individuellen Kompetenzen und Stärken anzusprechen und einzusetzen. Jede*r ist gleich wichtig und umfassend an allen Aktionen beteiligt. Ich wecke die Begeisterung der Kinder, indem ich gezielte Vorinformationen (z.B. Beispiele, Bilder, Anekdoten, Geschichten usw. ) zu den Aktivitäten gebe. Ich schaffe ein Lernklima, in dem die Gewissheit besteht, dass es einfacher ist, sich zu beteiligen und einzubringen, als sich sinnlosem Stress hinzugeben. Ich trete den Kindern mit einer respektvollen und anerkennenden Haltung gegenüber und orientiere mich an dem, was die Kinder können und gut machen. Ich schaffe Raum, den Erfolg von Aktivitäten jedes*r Einzelnen und der Gruppe gemeinsam gebührend zu feiern.


